Beim ersten Anblick behauptet das Gehirn, es sei falsch.
Ein zackiger Umriss des Bundesstaates Washington, auf einen Stoßfänger geklatscht und komplett auf den Kopf gestellt.
Kein Druckfehler. Kein Irrtum. Eine stille Rebellion rollt die Autobahn entlang.
Die umgedrehte Umrisslinie von Washington ist mehr als nur ein skurriler Aufkleber; sie ist eine bewegende Postkarte von Menschen, die ihre Heimat nicht ganz loslassen können.
Manche stellen es auf den Kopf, um sich über den Ernst des Staatsstolzes lustig zu machen, andere, um zu zeigen, dass sie durch Entfernung, Karriere oder ein neues Leben fernab der Cascades und des Puget Sound „umgekehrt“ wurden.
Auf staubigen Subarus in Utah, Lieferwagen in Neuseeland und Jeeps in British Columbia verkündet der Aufkleber unaufdringlich: Ich komme von dort, auch wenn ich nicht mehr dort bin.
Am häufigsten sieht man es bei Abenteuerfahrzeugen: von Offroad-Strecken gezeichnete Geländewagen, Bergsteiger-Vans, Skiautos, die auf Bergpässen im Leerlauf laufen.
Viele kaufen ihre Platten bei Künstlern aus dem pazifischen Nordwesten und wählen wetterfestes Vinyl, das sowohl Streusalz als auch den Nieselregen in Seattle übersteht.
Abgenutzt und von der Sonne ausgebleicht, wird der umgedrehte Zustand zu einem kleinen, hartnäckigen Zeichen der Zugehörigkeit. Er schreit nicht. Er ist einfach da und erinnert seinen Besitzer – und jeden, der fragt – daran, dass die Heimat auch von der anderen Seite der Landkarte noch immer lockt.
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