Sie heiratete mit 21 einen Afrikaner und verließ uns… aber jedes Jahr schickt sie uns dieselbe Nachricht.“

Theresa, 63, zog ihre einzige Tochter Mary Lou allein groß. Mary Lou entwickelte sich zu einem freundlichen, intelligenten und vielversprechenden Mädchen, und alle in ihrem Umfeld glaubten an eine glänzende Zukunft für sie.

Mit 21 Jahren lernte Mary Lou Kang Jun kennen, einen Mann, der fast zwanzig Jahre älter war. Theresa war gegen die Beziehung – nicht aus Vorurteilen, sondern aus Sorge um den Altersunterschied und die Entfernung. Doch ihre Tochter war fest entschlossen.

Sie heirateten im Stillen, und nur einen Monat später reiste Mary Lou nach Südkorea. Am Flughafen umarmten sich Mutter und Tochter, beide im Bewusstsein, dass sich alles verändern würde.

Nach diesem Tag kehrte Mary Lou nie wieder zurück. Jahre vergingen – eins, dann fünf, dann zwölf. Der einzige Kontakt bestand in einer jährlichen Geldüberweisung, stets mit der gleichen Botschaft: „Mama, pass auf dich auf. Mir geht es gut.“

Dieses Wort, „nun“, wurde zu Theresas größter Sorge. Es wirkte distanziert, fast einstudiert, und warf mehr Fragen auf, als es beantwortete.

Sie sprachen nur einmal per Video miteinander. Mary Lou sah unverändert aus, aber irgendetwas in ihrem Gesichtsausdruck hatte sich verändert – sie wirkte beschäftigt, abwesend, in Gedanken versunken. Auf die Frage, warum sie nicht vorbeigekommen sei, antwortete sie nur: „Ich bin sehr beschäftigt.“

Trotz des finanziellen Komforts, den das Geld bot, lebte Theresa in stiller Einsamkeit. Jedes Jahr zu Weihnachten bereitete sie das Lieblingsessen ihrer Tochter zu und deckte einen Platz am Tisch, der leer blieb.

Nach zwölf Jahren fasste sie einen Entschluss. Ohne ihrer Tochter etwas zu sagen und obwohl sie noch nie zuvor ins Ausland gereist war, kaufte Theresa ein Ticket nach Südkorea – fest entschlossen, selbst zu erfahren, was es wirklich bedeutet, „erfolgreich zu sein“.

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