Als der Star-Quarterback meine Tochter mit Down-Syndrom zum Abschlussball einlud, wollte ich glauben, dass die Güte sie endlich gefunden hatte. Doch dann nahm ich sein Smokingjackett, griff in seine Tasche und fand etwas, das meine Erleichterung innerhalb von Sekunden in Angst verwandelte.
Rosie stand mitten auf dem gefliesten Boden, ihre silbernen Schuhe glänzten zwei Nummern zu stark, und sie zählte leise vor sich hin. Ich beobachtete sie vom Tisch aus, einen vergessenen Becher Eistee in den Händen.
„Eins, zwei, drei, drehen“, flüsterte er. „Eins, zwei, drei, drehen.“
Sie hatte ihr Kleid noch nicht einmal angezogen. Sie übte in Pyjamashorts und T-Shirt, aber ihr Gesichtsausdruck verriet bereits die festliche Atmosphäre des Abschlussballs.
Rosie hatte das Mosaik-Down-Syndrom.
“Mama, mache ich das richtig?”
“Du machst das perfekt, Liebling.”
Rosie hatte das Mosaik-Down-Syndrom. Anfangs bemerkten es Fremde kaum, aber ihre Klassenkameraden bemerkten es jeden Tag.
Ich hatte die Beweise nur bruchstückhaft gesehen. Ein zerrissener Jackenärmel, der, wie sie sagte, an einem Spind hängen geblieben war. Ein Teddybär mit Filzstiftspuren im Gesicht. Stille Tränen im Auto, als ich sie nach ihrem Tag fragte und sie antwortete: „Gut.“
„Steven meinte, das Lied sei langsam“, sagte sie zu mir und drehte sich wieder um. „Er sagte, ich müsse ihm einfach nur folgen.“
“Das ist richtig, Liebling.”
Warum ausgerechnet Rosie, wenn ich doch in jedes beliebige Klassenzimmer hätte gehen und mir jedes beliebige Mädchen aussuchen können?
Steven. Der Star-Quarterback. Der Junge, dessen Name jeden Freitagmorgen in den Werbespots stand.
Vor drei Wochen klopfte er mit einer einzelnen weißen Tulpe in der Hand an unsere Tür. Er sah Rosie in die Augen und lud sie zum Abschlussball ein, als wäre sie das einzige Mädchen im ganzen Landkreis.
Ich sagte Ja, bevor sie es konnte, dann entschuldigte ich mich und ließ sie es selbst sagen.
Meine Schwester Megan weinte, als ich es ihr erzählte. „Lauren, sie hat es verdient. Lass sie es genießen.“
„Ich möchte ihr das geben“, antwortete ich. „Ich versuche es ja.“
Aber eine leise Stimme in mir stellte immer wieder die Frage, die mir nicht aus dem Kopf ging. Warum sie? Warum meine Rosie, wo er doch in jedes beliebige Klassenzimmer hätte gehen und sich jedes beliebige Mädchen aussuchen können?
Ich redete mir ein, dass ich unfair sei. Dass es da draußen immer noch gute Kerle gäbe.
“Du siehst aus wie eine Prinzessin.”
„Mama?“ Rosie hörte auf, sich umzudrehen und sah mich an. „Du machst so ein Gesicht.“
“Welches Gesicht, Liebling?”
„Der Besorgte.“
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